Interview mit Union-Investment-Finanzchef zum Thema Regulierung

28. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

Der Finanzchef der genossenschaftlichen Fondsgruppe Union Investment, Ulrich Köhne, kritisiert im Interview mit der „Börsen-Zeitung“ die bisweilen unkoordinierte Regulierungsoffensive in Europa: „Viele politische Akteure folgen einem alten Medizinergrundsatz: ,Viel hilft viel.’ “Das sei falsch. Man dürfe nicht Quantität mit Qualität verwechseln. Union Investment begrüße grundsätzlich alle Regulierungsvorhaben, die dem Schutz der Anleger und der Schaffung von mehr Transparenz dienlich seien. „Wir würden uns von der Politik allerdings mehr Augenmaß und eine bessere Abstimmung zwischen nationalen und europäischen Behörden wünschen, denn parallele, zuweilen unkoordinierte Vorhaben mit ähnlicher Stoßrichtung führen zur unnötigen Bindung von Ressourcen.“ Köhne nannte die geplante Finanztransaktionssteuer als Beispiel dafür, wie falsche oder übertriebene Regulierung den Sparern schade, die angeblich besser geschützt werden sollten. Köhne äußerte sich auch zur künftigen europäischen Bankenunion, bei der es gelte, jene nationalen Besonderheiten zu bewahren, die sich in der Vergangenheit durch eine hohe Krisenresistenz ausgezeichnet haben. Die europäische Gesetzgebung tendiere bisweilen dazu, sich bei der Harmonisierung nicht an der Best Practice zu orientieren. Stattdessen werde häufig ein Durchschnitt aus bewährten Systemen und nachweislich anfälligen Systemen unterschiedlicher nationaler Provenienz gewählt. „Aus deutscher Sicht stellt dies häufig einen qualitativen Rückschritt für unsere Kunden, unsere genossenschaftlichen Partnerbanken und für uns selbst dar.“

 


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