Schnelle Lösung für HRE angemahnt: „Sonst fliegt uns hier alles um die Ohren“

24. März 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers12Die Zeit für eine Rettung der Hypo Real Estate (HRE) wird knapp. Sowohl Bundesfinanzminister Peer Steinbrück als auch der Präsident des deutschen Bankenverbandes haben aktuell vor den fatalen Auswirkungen einer drohenden HRE-Pleite gewarnt.
Im Rahmen einer Pressekonferenz nach der Vorstandssitzung des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) mahnte der scheidende BdB-Präsident Klaus-Peter Müller eine schnelle Beendigung der Hängepartie beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer an. Eine Lösung für die Krisenbank müsse „im April gefunden werden“, forderte er. Diese Frage habe derzeit „absolute Priorität“ vor anderen Dingen. „Sonst fliegt uns hier alles um die Ohren“, warnte der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank. Er hoffe, eine Lösung für die HRE sei „in den nächsten 14 Tagen möglich“. Sollten sich weitere Verzögerungen ergeben, ist die HRE gezwungen spätestens in der zweiten April-Hälfte eine aktuelle Bilanzierung vorzulegen. Darin muss die Bank dann wahrscheinlich auch eine Kernkapitalquote (Tier 1-Ratio) ausweisen, die die Mindestanforderungen von Basel II unterschreitet. Die BaFin wäre dann zum Einschreiten verpflichtet. Die Financial Times Deutschland sieht dann folgende Situation: „Dann wird klar, dass die Bank 10 Mrd. Euro frisches Eigenkapital vom Rettungsfonds SoFFin braucht, um nicht von der Finanzaufsicht BaFin geschlossen zu werden.“ Seitens der Aufsicht wurde dazu bereits jüngst angedeutet, dass sie in einem Fall der Unterschreitung der Basel II-Quote einen klaren Weg zur Stabilisierung der Bank aufgezeigt bekommen müsse, weil sie diese sonst im Extremfall schließen müsse.

Dieses Szenario befürchtet auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und hat daher gestern die Bundesländer davor gewarnt, dass eigens auf die HRE zugeschnittene Banken-Enteignungsgesetz zu verzögern. Die Länder müssten wissen, mit welcher Dynamitstange sie umgingen, hatte Steinbrück erklärt. „Weil einige Länder-Finanzminister das schon vom Bundestag beschlossene Gesetz nachbessern wollen, droht eine Verzögerung des engen Zeitplans. Sie wollen erreichen, dass die Steuerbedingungen für ihre Landesbanken verbessert werden“, fasst die Nachrichtenagentur Reuters die Hintergründe der Ländertaktik zusammen (weitere Quellen: dpa-AFX, Börsen-Zeitung).

 


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