Börsenchef Reto Francioni lehnt Regulierung des Hochfrequenzhandels ab

18. November 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hält der Vorstandschef der Deutschen Börse, Reto Francioni, den Hochfrequenzhandel für volkswirtschaftlich nützlich und moralisch in keinster Weise verwerflich. Befragt nach den Risiken und hierauf, ob sich der berühmte Flashcrash an der New Yorker Börse, als der Dow-Jones-Index binnen fünf Minuten fast 1.000 Punkte verloren hat, wiederholen könnte, antwortet Francioni wie folgt: „So etwas könnte in Deutschland eindeutig nicht passieren. Denn bei uns gibt es andere Marktstrukturen und auch immanente Sicherheitsmechanismen, die die Amerikaner nicht haben beziehungsweise hatten. Wenn zum Beispiel der Preis für ein einzelnes Wertpapier über eine gewisse Spanne hinaus schwankt, unterbrechen wir sofort automatisch den Handel für dieses Wertpapier und ermitteln den Preis in einer Auktion neu.“ In dieser so genannten Volatilitätsunterbrechung könne dann jeder Marktteilnehmer mit Besonnenheit seine Order überprüfen, löschen oder neu einstellen. Es gebe zudem weitere Sicherheitsmechanismen wie die Plausibilitätsprüfung, die offensichtliche Fehleingaben vor Ausführung der Order anzeige. Die Frage, ob man den Hochfrequenzhandel stärker regulieren müsste, verneint Francioni: „Es gibt inzwischen ein gültiges Hochfrequenzhandelsgesetz in Deutschland, das wir befürworten. Aber weitere Regulierung braucht es nicht, auch wenn ich durchaus ein Freund angemessener Regulierung bin.“

 


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