Insolvenzverschleppung im Haus Europa?

18. November 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

In einem Interview mit dem Magazin „Spiegel“ stellt der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank ein brauchbares Zeugnis aus und verweist u.a. auf Erfolge der EZB bei der Staatsanierung sowie der Regulierung des Bankensektors: „Die EZB hat die Risiken in Europa nicht erhöht, sondern gesenkt. Sie hat die Gefahr gebannt, dass Europas Wirtschaft noch tiefer in die Rezession rutscht. Dadurch ist auch der Finanzsektor nicht mehr so stark gefährdet. Die Gefahr, dass bei einem Euro-Crash Vermögenswerte in Billionenhöhe, darunter auch die deutscher Bürger, vernichtet werden, ist kleiner geworden. Deshalb kehrt auch das Kapital langsam wieder nach Europa zurück. Wir sehen: Es ist besser, eine Insolvenz zu vermeiden, anstatt voreilig eine Pleite herbeizuführen.“ Der ebenfalls im „Spiegel“ interviewte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht dies indes anders und spricht von „Insolvenzverschleppung“ in großem Stil unter Banken und ganzen Staaten: „Je früher man die Insolvenz feststellt, desto geringer werden die Lasten für die Steuerzahler und desto eher ist es möglich, einen Neustart zu machen.“

 


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