Basel II-Änderungen: Banken müssen sich auf weniger Rendite einstellen

29. März 2009 | Von | Kategorie: Basel III

papers11Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fasst in Vorausschau auf den anstehenden G20-Gipfel die internationalen Ansätze zur Neuregulierung der Finanzmärkte kompakt zusammen.
Dabei erscheine es ziemlich sicher, dass Banken künftig mehr Eigenkapital vorhalten müssen. Der Baseler Ausschuss habe bereits eine Novellierung des Regelwerks auf den Weg gebracht. „Als Konsequenz dürften diese Geschäftsfelder – die sich in der Krise als große Verlustquellen erwiesen haben – für die Banken weniger attraktiv werden. Generell dürften die Banken künftig niedrigere Eigenkapitalrenditen erwirtschaften als bisher“, so die Analyse. Folgend beleuchtet das Blatt die anvisierten Änderungen im Detail und weist auf die zeitnahe gesetzliche Umsetzung der neuen Regeln hin.

Mittelfristig habe sich der Baseler Ausschuss jedoch größere Reformarbeiten vorgenommen, konstatiert die FAZ. Dazu zähle eine Überprüfung des Konzepts, wie Risiken im Handelsbuch gewichtet werden. „Derzeit richten sich die Risikogewichte vor allem nach dem ‚Value at Risk’-Modell, was zu einer ausgesprochen niedrigen Eigenkapitalunterlegung führt; viele Banken hatten deshalb Wertpapiere im Bestand dem Handelsbuch zugeordnet – was sich in der Krise als fatal erwies“, heißt es im Beitrag. Zudem solle die Definition von „Eigenkapital“ verschärft werden. Ebenso stehe zur Diskussion, ob eine Unterlegung der risikogewichteten Aktiva mit mindestens 8 Prozent an Eigenmitteln weiterhin als ausreichend erscheint.

„Ein drittes Thema ist die Frage, ob die Basel II-Regeln tatsächlich stark prozyklisch wirken – wie derzeit bisweilen kritisiert wird –, und wie sich dies gegebenenfalls beheben lässt“, heißt es im abschließenden Teil des FAZ-Beitrags. Auch die Einführung einer Leverage Ratio stehe derzeit zur Debatte. Damit würde eine feste Quote eingezogen, die das Verhältnis von Bilanzsumme zu Eigenkapital auf einen Höchstwert begrenzt. Diese Aufsichtsmittel soll nach Meinung der Experten in Ergänzung zu Basel II antizyklisch wirken.

Das Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Gerhard Hofmann, hat dagegen die Anwendung einer Leverage Ratio vergangene Woche erneut abgelehnt. Diese sei für die Stabilisierung des Finanzsystems ungeeignet. Die feste Verschuldungsgrenze für Finanzinstitute habe ihren empirischen Test in den USA, dem Ausgangspunkt und Epizentrum der Krise, nicht bestanden. Hofmann: „Wenn man das Bankensystem stärken will, sollte man überzeugendere Lösungen finden.“ (weitere Quelle: BVR Pressemitteilung)

 


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