BaFin-Studie zum OpRisk-Management: Nicht der Ansatz entscheidet, sondern die Methodik

30. März 2009 | Von | Kategorie: Top News

riskDie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat vergangene Woche eine Studie zum Management operationeller Risiken in Finanzinstituten veröffentlicht, die einen Basisindikatoransatz verwenden.
Hierfür hat die Aufsicht in 2008 in Gespräche mit Instituten und Verbänden die Umsetzung von OpRisk-Managementsystemen betrachtet, um zu erheben, wie in der Praxis das Management operationeller Risiken im Sinne der MaRisk implementiert ist. Dabei wurde neben der Aufbauorganisation der Institute, deren OpRisk-Strategie, der Risikomanagementkreislauf und die Verlustdatensammlung betrachtet. Einbezogen wurden Institute des Genossenschafts- und Sparkassensektors, die einen Basisindikatoransatz verwenden. Diese Institute seien hinsichtlich des Geschäftsmodells vergleichsweise homogen, somit konnten die Unterschiede zwischen verschiedenen Institutsgrößen besonders gut betrachtet werden. „Die in diesem Bericht dargestellten zusammenfassenden Ergebnisse und deren Würdigung bieten aber auch anderen Instituten eine Orientierung hinsichtlich der konkreten Umsetzung eines Managements operationeller Risiken im Sinne der MaRisk…“ schreibt die BaFin.

Die Behörde kommt in ihrer Erhebung zu dem Schluss, dass auch bei Anwendung des Basisindikatoransatz ein effektives Management der operationeller Risiken möglich ist. So kämen teilweise auch Elemente zum Einsatz, die im STA oder AMA durch die SolvV vorgeschrieben seien. Interessant erscheint dabei, dass aufgrund der flachen Hierarchien in den einbezogenen Finanzinstituten meist keine zusätzlichen Stellen im Controlling eingerichtet werden mussten, die sich ausschließlich mit dem Thema operationelles Risiko befassen. Letztlich erscheine der gewählte Ansatz beim OpRisk-Management nicht als entscheidender Faktor, sondern die Implementierung geeigneter Risikomanagementsysteme, mit denen die Institute ihre Risikoexposition identifizieren, bewerten, überwachen und steuern. Im Fazit der BaFin-Studie heißt es dazu: „Im Zentrum der Managementsysteme steht die systematische Erhebung, Bewertung und Sammlung von Informationen zu operationellen Risiken und eingetretenen Verlusten sowie deren Auswertung.“

Die in der Erhebung befragten Institute verwenden nach Aussage der BaFin durchgängig Verlustdatenbanken und Analysen der in den Geschäftsbereichen bestehenden operationellen Risiken. Für die Risikoanalyse kämen dabei in Abhängigkeit der Institutsgröße verschiedene Erhebungsmethoden vor. Die Bandbreite erstrecke sich hier von einer zentralen Analyse der operationellen Risiken durch das Risikocontrolling oder den Vorstand bis zur strukturierten Durchführung von Interviews oder Workshops in den einzelnen Geschäftsbereichen. Ein bemerkenswerter Fakt dabei: „Bei der Analyse der Verlustdaten greift bereits ein größerer Teil der Institute, die dem Genossenschafts- oder Sparkassensektor angehören, auf externe Verlustdaten zu. Dies gilt auch für die Gruppe der öffentlichen Banken, die allerdings meist einen Standardansatz verwenden.“

Die Studie kann unter folgendem Link vollständig eingesehen werden (pdf-Dokument).

 


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