PriceWaterhouseCoopers: „Value at Risk“ am Ende

7. April 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

papers4Im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ spricht der Deutschland-Chef von PriceWaterhouseCoopers, Hans Wagener, die Hoffnung aus, dass die allgemeine „Ratinghörigkeit“ nach der Finanzkrise endlich der Vergangenheit angehöre.
„In den vergangenen Jahren glaubte man, ein Risiko dann am besten beherrschen zu können, wenn man es in einer einzigen Zahl ausdrückt – dem „Value at Risk“. Viele Banker haben geglaubt: Wenn der Value at Risk gleich null ist, habe ich auch kein Risiko. Dabei sind die Berechnungsmodelle, die dahinterstecken, so komplex, dass sie nur noch die Entwickler und ein paar Nobelpreisträger verstehen.“ Im entscheidenden Moment hätten sich diese Modelle als realitätsfern erwiesen, konstatiert der PwC-Deutschland-Chef.

Wagener fordert zudem eine stärkere Regulierung von Rating-Agenturen: „Jede Bank muss sich die Verfahren genehmigen lassen, nach denen sie die Bonität ihrer Kunden beurteilt. Die Rating-Agenturen verwehren dagegen jeglichen Einblick mit der Begründung, es handle sich um Geschäftsgeheimnisse. Das geht nicht….“ Auf die Frage, ob dies nicht das gute Recht von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen sei, antwortet Wagener: „Nicht, wenn der Gesetzgeber die Urteile von Rating-Agenturen gleichzeitig zum obersten Qualitätsstandard erhebt. Gemäß den Vorschriften von Basel II hängt es zum Beispiel maßgeblich von externen Ratings ab, mit wie viel Eigenkapital eine Bank bestimmte Geschäfte unterlegen muss. Und dann sollen die Ratings rein private Meinungsäußerungen sein? Das passt nicht zusammen.“

 


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