Zurück zum reinen Eigenkapital – Banken kaufen Hybridanleihen zurück

14. April 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers8Aufgrund der Tatsache, dass die Bedeutung des reinen Eigenkapitals der Banken mehr und mehr zunimmt, gehen die Institute nach Bericht des Handelsblatt dazu über, ihre ausgegebenen Hybridkapital-Anleihen wieder zurückzukaufen.
Das Blatt erklärt: „Das Hybridkapital von Banken [...] wird am Markt mit zum Teil hohen Abschlägen gehandelt. Die Angst ist groß, dass bei einer eventuellen nächsten Runde der Bankrettungen die Hybridkapitalgeber stärker als bisher Verluste der Banken übernehmen müssen.“ Ein Großteil dieser Anleihen würden nicht dem Tier-1-Eigenkapital zugerechnet. Für diese Fälle sei der Bilanzeffekt bei einem Rückkauf am klarsten: „Die Bank stärkt ihre Tier-1-Quote und macht die Bilanz so wetterfester.“

Das Handelsblatt weist jedoch darauf hin, dass es in dieser Anlageklasse auch innerhalb des Tier-1-Kapitals noch entscheidende Differenzierungen gebe. So gebe es die Stamm- und Vorzugsaktien, die stillen Einlagen und die „Tier-1-Hybridanleihen“. Kaufe ein Finanzinstitut eine Tier-1-Hybridanleihe mit Abschlägen zurück, stärke sie ihre „Kern-Tier-1-Quote“, also die Tier-1-Quote abzüglich des Hybridkapitals. Diese Art des Rückkaufs sei jedoch bisher die Ausnahme. Das Tier-1-Hybridkapital spiele zum Teil eine große Rolle – so z.B. bei Postbank und Deutscher Bank. Das Handelsblatt beschreibt folgend – so im Fall der Commerzbank – die Unterschiede bei der Berechnung der verschiedenen Kapitalquoten.

Abschließend konstatiert das Handelsblatt: „Als wirklicher Kern des Bankkapitals wird zunehmend nur noch die Tier-1-Kernkapitalquote verstanden.“ Grund sei einerseits das erklärte Ziel des Baseler Ausschusses, in seinen neuen Regelentwürfen dem Hybridkapital als Teil des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals engere Grenzen setzen. Andererseits würden die Abschläge auf die existierenden Hybridanleihen zeigen, „dass nachrangige Anleihen in der Vergangenheit einfach zu billig waren, gemessen an dem Risiko, das sie tragen“.

Derweil beschreitet die britische Großbank HSBC den klassischen Weg der Eigenkapitalstärkung. Nachdem das Institut vor kurzem bereits eine Rekordkapitalerhöhung im Volumen von 12,5 Mrd. Pfund erfolgreich am Markt platzieren konnte, überprüft man jetzt den Verkauf eines Teils seiner Gebäude. Wie die Financial Times heute berichtet, stehen eine Veräußerung des Londoner Hauptquartiers und von Büroflächen in New York und Paris zur Debatte. Aufgrund der schlechten Marktlage im Segment der Gewerbeimmobilien werde jedoch erst getestet, ob überhaupt vertretbare Preise zu erzielen seien.

 


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