Prozyklik des Finanzsektors – Lehren für das Risikomanagement

16. April 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

risikoDie italienische Zentralbank (Banca d’Italia) hat aktuell eine umfangreiche Studie veröffentlicht, welche die ursächlichen Faktoren für die prozyklischen Tendenzen im Finanzsektor aufzeigt und untersucht.
Verschiedene Experten des Instituts – u.a. aus dem Bereich der Bankenaufsicht – analysieren dabei Entwicklungen am Finanzmarkt, die in bisherigen Untersuchungen zur Thematik nur wenig beachtet wurden. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen jedoch die derzeit intensiv debattierten Faktoren Eigenkapitalregeln, Bilanzierungsregeln und Manager-Boni. Die Autoren der Banca d’Italia versuchen in ihrer Studie neben der Ursachen-Analyse auch Ratschläge für das Risikomanagement der Banken zu formulieren, so dass die Institute im Rahmen ihrer Möglichkeiten negative Auswirkungen der prozyklischen Tendenzen auf das eigene Geschäftsmodell dämpfen können.

Auch Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, hatte kürzlich in einem Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” auf den Zusammenhang von Eigenkapitalregeln und Prozyklik hingewiesen: “Im Boom nahm die Kapitalausstattung immer mehr zu, und es wurde in überhitzte Märkte investiert. In der Krise wird das Eigenkapital immer knapper, was zur Selbstverstärkung der Krise beiträgt. Wir brauchen für dieses Problem eine schnelle Lösung, ebenso für die Bilanzierung, die zu dieser Prozyklizität ebenfalls beiträgt.”

Die vollständige Studie der Banca d’Italia kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.bancaditalia.it/pubblicazioni/econo/quest_ecofin_2/qf_44

 


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