Osteuropas Banken fordern Mitspracherecht bei Regulierung

24. April 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

Die Länder Zentral- und Osteuropas (CEE) wollen bei der Regulierung des internationalen Finanzsektors künftig mehr Einfluss nehmen als bisher, so die Ankündigung der Bankmanager aus Osteuropa im Vorfeld einer Bankenkonferenz in Wien. Die Probleme der Banken in den CEE- und GUS-Ländern seien von ihren westlichen Mutterbanken verursacht worden, daher sei zur Lösung der Probleme auch die Mitwirkung dieser Banken und der jeweiligen Heimatländer notwendig, betonte Istvan Lengyel, Generalsekretär des Bankenverbandes BACEE (Banking Association for Central and Eastern Europe), gestern auf einer Pressekonferenz.

„Was macht eine gute Ehe aus?“, fragte Lengyel und formulierte die Antwort gleich selbst: „Die Ehepartner lösen gemeinsam die Probleme, die sie nicht hätten, wenn sie nicht verheiratet wären.“ Die aktuelle Krise unterscheide sich von den anderen Krisen der letzten 20 Jahre vor allem dadurch, dass ihr Epizentrum in den entwickelten Industrieländern des Westens liege, sagte der Generalsekretär der Bacee, die 52 Banken in 32 Ländern vertritt. „Darum ist es absolut unfair, unsere Länder zu beschuldigen, sie würden die Krise verschärfen.“ Daher sollten die osteuropäischen Länder etwa bei der Modifikation der internationalen Bilanzierungsregeln (IFRS), bei Basel II oder beim Schuldner-Rating deutlich mehr Mitsprache bekommen. Mitglieder in der BACEE sind unter anderem auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Hypo Alpe-Adria, Fortis und Dexia. Der 1996 gegründete Verband macht seinen Mitgliedsinstituten aufgrund der besonderen Risikoexposition in den CEE-Ländern u.a. Daten und Analysen zum Kreditausfallrisiko zugänglich.

Angesprochen auf das vom Markt als risikoreich eingestufte, große Kreditengagement österreichischer Banken in Osteuropa zeigte sich der BACEE-Generalsekretär zuversichtlich, dass die Institute diese Problemlage ohne Schaden überwinden könnten. “Uns stehen dort die härtesten Zeiten womöglich noch bevor”, hatte Herbert Stepic, Chef der Wiener Raiffeisen International, jüngst gegenüber dem Handelsblatt betont. Im Bericht wurde zudem angemerkt, dass auch die Commerzbank mit rund 27 Mrd. Euro – hauptsächlich über ihre Tochter BRE Bank – in der Region investiert sei (weitere Quellen: Dow Jones Newswires, boerse-express.com).

 


Tags: , , , ,

Keine Kommentare möglich.