Dexia AM-Chefökonom sieht in Basel II Blaupause für Regulierung

27. April 2009 | Von | Kategorie: Basel III

Im Buch „Globalised finance and its collapse“ untersuchen Anton Brender, Chefökonom bei Dexia Asset Management und Associate Professor an der Paris-Dauphine Universität und Co-Autorin Florence Pisani die Ursachen der aktuellen Finanzkrise. Als Konsequenz fordern Sie eine stärkeres Eingreifen der Regierungen in die globalen Märkte. Die Finanzwelt müsse gezähmt werden. Die „Neue Zürcher Zeitung“ hat nachgefragt, wie die Autoren sich dies konkret vorstellen. Brender führt aus: „Der Prozess hat bereits angefangen. Er wird sehr langsam sein, aber er wird stattfinden. Denken Sie beispielsweise an Basel II – das ist globale Regulierung. Es hat zwar viele Jahre gebraucht und betrifft nur das Bankensystem, aber es wurde erreicht. Die Leute hatten realisiert, dass Banken globale Akteure sind und dass man dafür auch eine globale Regulierung braucht. Wir glauben, dass wir auch für andere Finanzinstitute und andere Finanzprobleme Fortschritte sehen werden, die in eine ähnliche Richtung gehen werden…“

Im zweiten Teil des NZZ-Interviews verneint der Brender die Frage, ob die Welt eine supranationale Regulierungsinstitution brauche. „Nein, braucht man nicht. Basel II beispielsweise wurde auf lokaler Ebene implementiert, entspricht aber einer einheitlichen Philosophie. Ein solches Konzept sollte für das ganze globale Finanzsystem angewendet werden. Es darf keinen Teil des Systems geben, wo die Vorsicht vernachlässigt wird, während im Rest eine hohe Sorgfalt herrscht. Genau dies haben wir mit den Subprime-Hypotheken erlebt: Die Vernachlässigung der Sorgfalt in einem kleinen Teil des US-Finanzsystems hat das Finanzsystem der ganzen Welt infiziert. Wenn das System global ist, dann braucht es Restriktionen für alle Marktakteure, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.“

 


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