“Risikomanagement am Beginn einer weiteren Ausbaustufe”

4. Mai 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

In einem Essay-Beitrag für das Anlegerblatt “Euro am Sonntag” sieht Alexander Schindler, Vorstandsmitglied bei Union Investment, das Risikomanagement in der Finanzbranche “am Beginn einer weiteren Ausbaustufe”. Schindler unterzieht die bislang angewandten finanzmathematischen Risikomodelle einer kritischen Analyse und fordert die Ergänzung des Risikomanagements um eine stärkere Erfahrungskomponente. Qualifizierte und selbstständig denkende Manager sollten Entscheidungen auf Basis vorliegender Risikoanalysen eigenständig treffen. “Die Kunst einer guten Risikosteuerung besteht zum einen darin, den Prozess der Ergebnisgewinnung zu kennen, sowie zum anderen darin, die gewonnenen Ergebnisse zu verstehen und aus ihnen die richtigen Schlüsse zu ziehen”, betont der Union Investment-Experte.

“Risikomanagement braucht Verstand”, so der Appell von Schindler. Um diese Maßgabe zu erreichen, müsse insbesondere die dem Controlling und Risikomanagement in der Finanzbranche zugrundeliegende Ausbildung erstklassig sein. Zudem müsse den Risikomanagern “ein auf Eigenverantwortung ausgerichtetes Arbeitsumfeld” geschaffen werden. Der Autor verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Senior Supervisors Group, die aufgezeigt habe, dass Banken, die ein kritisches Hinterfragen ihrer Modelle zugelassen hatten und in der Lage waren, die Annahmen der Modelle rasch den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen, die Krise deutlich besser gemeistert haben als andere.

 


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