Ifo-Chef: „Basel II ist ein sehr lasches Regulierungssystem“

5. Mai 2009 | Von | Kategorie: Basel III

papers_euramsDer Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, meldet sich erneut mit seiner Analyse zu den Ursachen der Finanzmarktkrise zu Wort.
Im Interview mit dem „Euro am Sonntag“ kritisiert er zum wiederholten Male die Eigenkapitalregeln für Banken. „[...] Basel II ist ein sehr lasches Regulierungssystem, das es den Banken ermöglicht, mit einem Minimum an Eigenkapital ihr Geschäft zu machen. Da fällt man bei der leisesten Krise um oder fängt an zu zocken, weil man ja nicht viel zu verlieren hat“, so das Urteil von Sinn. Es müsse hier ein komplett neues System implementiert werden. „Selbst Basel I war besser als Basel II [...]“, vergleicht der Ökonom. Nach Ansicht von Hans-Werner Sinn habe die 1988 verabschiedete, erste Baseler Eigenkapitalvereinbarung den Banken „weniger Spielraum zum Tricksen“ gelassen und mehr Eigenkapital erzwungen. „Die Bewertung nach eigenen risikotheoretischen Modellen – das hat doch alles nicht funktioniert. Den Manipulationsmöglichkeiten wurden Tür und Tor geöffnet. Es gibt zu viel Glücksrittermentalität auf den Finanzmärkten, die aus diesen Möglichkeiten entstanden ist“, kritisiert der Ifo-Chef beim Rückblick auf die Entstehung der aktuellen Marktkrise.

 


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