BdB-Präsident sieht engeren Regulierungsrahmen und plädiert für „dynamic provisioning“

12. Mai 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

papers5Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Andreas Schmitz, betont im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass der Regulierungsrahmen für die Bankenbranche im Nachlauf der Finanzkrise enger werden wird.
„Wir brauchen aber nicht ein Mehr an Quantität – die Finanzbranche ist heute schon eine der reguliertesten Branchen schlechthin – sondern ein Mehr an Qualität“, mahnt Schmitz. Befragt nach möglichen Änderungen bei den Eigenkapitalanforderungen, antwortet der BdB-Präsident: „An sich ist Basel II – Risiken nach der Ausfallwahrscheinlichkeit und nach dem, der das Risiko trägt, zu gewichten und das ins Verhältnis zum Kernkapital zu stellen – der richtige Ansatz.“ Es gehe nicht in erster Linie um höhere Mindestkapitalquoten, sondern um die Adressierung der Prozyklität von Basel II.

„Ich glaube, der richtige Weg ist, Basel II zu ergänzen, um ‚dynamic provisioning’ zu ermöglichen. D.h. in guten Zeiten Reserven aufzubauen, die dann in schlechten Zeiten die gestiegenen Risiken abpuffern“, so der Lösungsansatz des Bankenpräsidenten. Das Handelsblatt hakt an diesem Punkt nach und fragt Andreas Schmitz, der auch Chef der Privatbank HSBC Trinkaus ist, ob und in welcher Höhe das regulatorische Eigenkapital angehoben werden sollte. Dessen Antwort: „Die Diskussion geht derzeit, ob acht oder zehn Prozent sinnvoll sind. Aber das hängt auch vom Geschäftsmodell ab. Eine Bank, die etwa reines Private Banking und Vermögensverwaltung macht, für die ist eine hohe Kernkapitalquote sicherlich nicht so ausschlaggebend wie bei einem Institut, das stark im Kreditgeschäft involviert ist.“

 


Tags: , , , , , ,

Keine Kommentare möglich.