US-Finanzsektor diskutiert Überwachung systemischer Risiken

15. Mai 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

papers_ambaDas Branchenblatt „American Banker“ analysiert in seiner heutigen Ausgabe die Umsetzungschancen eines „Systemic Risk Council“ für das US-Finanzsystem.
Die Chefin der US-Einlagensicherung (FDIC), Sheila Bair, hatte kürzlich vorgeschlagen, eine föderale Kommission einzusetzen, welche die systemischen Risiken in der Finanzbranche überwachen soll. Es bestehe zwar auf Regierungs- und Aufsichtsebene in den USA die einhellige Meinung, dass eine derartige Institution sinnvoll sei – doch die Zusammensetzung des Rats und die strittigen Verantwortlichkeiten zwischen den zersplitterten Aufsichtsbehörden mache eine Umsetzung schwierig. Derartige „Task Forces“, deren Besetzung meist in einem Kompromiss zwischen der Fed, dem Finanzministerium, der FDIC und anderen Aufsichten entschieden wird, hätten in der Vergangenheit nur wenig überzeugende Ergebnisse geliefert. Ein trauriges Beispiel dafür sei beispielsweise die Basel II-Arbeitsgruppe der US-Aufsichten, welche die zähe, jahrelang geführte Debatte über die Implementierung von Basel II im US-Finanzsektor nie zum Abschluss bringen konnte.

Nach Meinung des „American Banker“ ist es leicht vorstellbar, dass es in einem auf Aufsichtsebene verorteten „Systemic Risk Council“ erneut zu lähmenden Scharmützeln zwischen den einzelnen Behörden kommt. Um ein solches Szenario – wie es auch beim Thema Basel II stattfand – zu verhindern, schlägt das Branchenblatt vor, den Rat direkt auf der Ebene des Weißen Hauses anzusiedeln. Hier könne der „National Economic Council“ (NEC), eine von Präsident Bill Clinton im Jahr 1993 eingerichtete Institution, als Ankerstelle fungieren.

 


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