Weber setzt weiter auf kooperatives Aufsichtsmodell

9. Juni 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

„Eine neue Aufsichtsarchitektur für Europas Bankensystem“ – unter diesem ambitionierten Titel fand am Freitag in Frankfurt eine hochkarätig besetzte Expertenveranstaltung statt. Nach Bericht der Börsen-Zeitung bestand unter den Diskussionsteilnehmern weitgehend Einigkeit, dass sich Regel- und Rahmenwerk der Finanzaufsicht ändern müssen. „Wenn es allerdings darum geht, eine konkrete Reformagenda zu formulieren, werden doch Meinungsunterschiede zu den Umsetzungsschwierigkeiten offensichtlich“, so das Fazit des Blatts. Bundesbank-Präsident Axel Weber zeigte wenig Sympathie für eine supranationale Aufsichtsbehörde. „Das kooperative Aufsichtsmodell hat gute Aussichten, ein solides Fundament für die derzeitige und zukünftige Finanzmarktregulierung zu bilden”, betonte Weber, der auch eine vorschnelle Reform der EU-Finanzaufsicht ablehnte.

Im Rahmen der Veranstaltung plädierte der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, für einen Prizipienwandel bei der Finanzaufsicht und forderte mit Blick auf die Systemrelevanz von Banken, diesen keinen Freibrief für riskante Geschäfte auszustellen. Das Dogma des „too big to fail“ sei gefährlich. „Wir müssen sicherstellen, dass Finanzinstitute ausfallen können“, wird Caruana in der Börsen-Zeitung zitiert.

 


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