Britische Banken fürchten schärfere Regulierung

16. Juni 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers3Der Britische Bankenverband (BBA) hat in einem Brief an die Finanzaufsichtsbehörde FSA davor gewarnt, dass die Pläne der Behörde für eine Reform der Bankenregulierung, den Finanzplatz London gegenüber anderen Finanzzentren in Hintertreffen geraten lassen könnten.
Insbesondere die ambitionierten Pläne des FSA-Chefs Adair Turner sind den Banken ein Dorn im Auge. Dieser visiert in seiner, als „Turner-Review“ bezeichneten Regulierungs-Agenda den verordneten Aufbau zusätzlicher Eigenkapitalpuffer an. Turner habe die Folgen verschärfter Kapitalanforderungen auf die Realwirtschaft nicht genügend berücksichtigt, heißt es im Brief der BBA. Wenn er die Banken zwinge, ihre Geschäfte in verschiedenen Bereichen mit mehr Kapital zu unterlegen, so werde das unweigerlich dazu führen, dass sie weniger Kredite an Haushalte und Unternehmen vergäben.

Nach Meinung der Reuters-Komlumnistin Margaret Doyle ist die Argumentation, des von BBA-Chefin Angela Knight initiierten Schreibens, durchaus berechtigt, denn die auf unilateraler Basis erhöhten Liquiditätsanforderungen seien für die Mitglieder des Bankenverbandes mit weiteren Kosten und einer rückläufigen Rentabilität verbunden. Dennoch sei sich Knight durchaus im Klaren, dass eine Reform unumgänglich sei – gerade mit Blick auf die Fälle von Northern Rock und Icesave, dem britischen Arm der isländischen Landsbanki. Beide Institute waren aufgrund mangelnder Liquidität in Schieflage geraten. In ihrem Brief hatte die BBA die Reformbemühungen Turners daher prinzipiell begrüsst.

Im “Turner-Review” sind neben den höheren Liquiditätsanforderungen auch antizyklische Kapitalmaßnahmen und eine integrierte internationale Finanzaufsicht und Regulierung gefordert. Der vollständige, 126-seitige Bericht kann unter http://www.fsa.gov.uk/pubs/other/turner_review.pdf eingesehen werden (vgl. RMRG vom 19.3.) (weitere Quelle: Handelsblatt).

 


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