Müssen systemrelevante Banken einer verschärften Regulierung unterzogen werden?

2. Juli 2009 | Von | Kategorie: Top News

risikoIm Interview mit der heutigen Börsen-Zeitung fordert der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, einen Mechanismus, wie systemrelevante Banken abgewickelt werden können.
„Ein Prozess, der signalisiert, dass auch systemrelevante Banken nicht ‚too big to fail’ sind, würde den ,moral hazard’ mindern und die Marktdisziplin erhöhen“, erklärt Caruana. Auf Nachfrage, welche Maßnahmen dabei in Betracht zu ziehen seien, führt der BIZ-Chef aus: „Wenn ein Institut zu komplex wird, brauchen wir ein zusätzliches Element der Aufsicht, der Eigenkapitalunterlegung sowie der Refinanzierungskontrolle. Ferner brauchen wir eine spezielle, international konsistente Rahmenregelung für Abwicklungen.“

Die von großen Kreditinstituten ausgehenden, systemischen Risiken für den Finanzsektor, stehen seit einiger Zeit auf der Agenda der Regulatoren. So hatte die BIZ auch in ihrem jüngsten Jahresbericht auf dieses “too big to fail”-Dilemma hingewiesen. „Großbanken sowie Banken, die systemweiten Schocks stärker ausgesetzt sind, tragen überproportional stark zum Systemrisiko bei“, so die Aussage. Als Reaktion darauf müssten die Eigenkapitalanforderungen an die Banken und ihre Risikovorsorge an ihrer Gefahr für das Finanzsystem ausgerichtet werden, heißt es in dem Bericht. Der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand, und der Chef der Bank of England, Mervyn King, drängen gar auf spezielle Liquidationsverfahren für systemrelevante Banken.

Oliver Hart von der Harvard University und Luigi Zingales von der University of Chicago widmen sich in einer aktuellen Studie dieser Problematik und entwerfen ein neues Eigenkapitalregelwerk für ebendiese systemrelevanten Institute (LFIs – “large financial institutions”). Die Autoren sehen darin die Koppelung des vorzuhaltenden Eigenkapitals der Bank an den Wert der eigenen CDS-Papiere vor.

Die entsprechende Modell-Studie ist unter folgendem Link einsehbar: http://www.iadb.org/intal/intalcdi/PE/2009/03798.pdf

 


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2 Kommentare
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  1. [...] http://rmrg.de/?p=830 [...]

  2. [...] nach einer effektiven regulatorischen Adressierung systemrelevanter Großbanken erneuert (vgl. RMRG vom 2.7.). Man sollte dabei jedoch nicht so weit gehen, den Banken Größenbeschränkungen aufzuerlegen. [...]