EU-Finanzminister wollen Banken zum “dynamic provisioning” anhalten

3. Juli 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers5Die Börsen-Zeitung berichtet über die Beschlussvorlage der EU-Finanzminister zu weiteren Maßnahmen bei der Finanzmarktregulierung, welche die Minister am kommenden Dienstag verabschieden wollen.
Darin ist unter anderem vorgesehen, Banken zu verpflichten, in wirtschaftlich guten Zeiten Kapitalreserven anzulegen, um damit für Krisen besser gerüstet zu sein. Für diese „dynamische Vorsorge“ müssten jedoch die Bilanzierungsvorschriften geändert werden. Derzeit lasse der IFRS-Standard die Anerkennung der erwarteten Verluste nicht zu. Der Vorlage zufolge, will der Standardsetter IASB daher bereits bis Oktober Vorschläge für die Anpassung der Bilanzierung unterbreiten.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hat sich nach Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zuversichtlich geäußert, dass das von den EU-Finanzministern anvisierte System des „dynamic provisioning“ für das Eigenkapital der Banken, zügig in Gesetzesform gegossen werden kann. Es sei unumstritten, dass damit die problematische, prozyklische Wirkung der bisherigen Regularien effektiv adressiert werden könne. In diesem Kontext appellierte Lagarde an die USA, die Basel II-Regeln endlich zu implementieren – auch wenn diese „sicherlich nicht perfekt“ seien.

Derweil hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Blick auf den anstehenden G8-Gipfel in Italien davor gewarnt, bei den Bemühungen um eine internationale Reform der Finanzmarktregulierung nachzulassen. „Wir werden darauf beharren, dass wir wirklich eine neue Finanzmarktverfassung für die internationalen Märkte bekommen, damit sich eine solche Krise nie wieder wiederholt“, zitiert das Handelsblatt aus einer entsprechenden Regierungserklärung Merkels. Es gebe bereits eine Tendenz in der Bankenwelt, sich gegen strengere Regeln zur Wehr zu setzen. Dabei verweist sie auf die jüngste Kritik von Finanzminister Peer Steinbrück, der bemängelt hatte, dass einige Finanzplätze Vorteile aus einer weniger strengen Aufsicht ziehen wollen.

 


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