BIZ-Chef sieht Kernkapitalquote künftig über 10 Prozent

7. Juli 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

papers5Im Interview mit dem Handelsblatt wird der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, zur Ausgestaltung der künftigen Eigenkapitalregeln für Banken befragt.
Auf die Höhe der Kernkapitalquote angesprochen, antwortet der BIZ-Chef: „Wir brauchen einen Standard, und der muss für alle gelten. Dabei muss man aber bedenken, dass sich die Eigenkapitalanforderungen bereits dadurch erhöhen, wenn jetzt Risiken, die früher außerhalb der Bankbilanzen geführt wurden, mit berücksichtigt werden. Außerdem sollten die Banken in guten Zeiten stärkere Kapitalpolster aufbauen. Und die Banken, die ein systemisches Risiko darstellen, müssen größere Kapitalpolster bilden.“ Nachgefragt, ob die Kernkapitalquote zukünftig mehr als 10 Prozent betragen werde, erklärt Caruana: „In guten Zeiten werden wir sicher darüber hinausgehen. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass wir nicht alle Probleme durch mehr Eigenkapital lösen können. Für die Liquiditätsrisiken, die Rechnungslegung und so weiter benötigen wir eigene, bessere Standards.“

Zudem hat Caruana seine Forderung nach einer effektiven regulatorischen Adressierung systemrelevanter Großbanken erneuert (vgl. RMRG vom 2.7.). Man sollte dabei jedoch nicht so weit gehen, den Banken Größenbeschränkungen aufzuerlegen. „Ich hoffe, das wird nicht nötig sein. Wenn die Anreize in Form höherer Kapitalpolster und geringerer Verschuldungsgrade wirken, müssen wir nicht so weit gehen“, betont Caruana. Auch die geregelte Liquidierung ebendieser Institute müsse möglich sein: „Wir brauchen ein geordnetes Verfahren, um eine große, international tätige Bank notfalls abwickeln zu können. Aber es muss international koordiniert werden. Das ist sehr kompliziert, und wir brauchen dafür starke politische Unterstützung. Aber es ist machbar.“

 


Tags: , , , ,

Keine Kommentare möglich.