Risikomanagement: Vom ERM zum “Enterprise Risk Budgeting”

7. Juli 2009 | Von | Kategorie: Top News

erbDas Thema Enterprise Risk Management (ERM) gewinnt schon seit einigen Jahren stetig an Bedeutung. Die Finanzkrise hat diesen Trend nochmals verstärkt.
Per Definition besteht beim ERM die Überwindung des im traditionellen Risikomanagement verankerte “Silo-Denken”, bei dem einzelne Risiko-Kategorien oder auch einzelne Geschäftsbereiche unabhängig voneinander betrachtet und behandelt werden, im Mittelpunkt. Als Vorreiter in Sachen ERM gilt der Finanzsektor – doch auch andere Wirtschaftsbereiche ziehen nach. “Diejenigen, die ein qualifiziertes ERM infrage stellen, weil es ja trotzdem die Finanzkrise gegeben hat, frage ich, welche ernsthaften Empfehlungen für die Zukunft sie aus einer derartigen Position ableiten wollen”, erklärte jüngst Heijo Hauser, Managing Director bei Towers Perrin, in einem Beitrag für das Branchenblatt “Versicherungswirtschaft”. Das Risiko müsse systematisch Eingang in Unternehmensentscheidungen finden und Risikomanagement müsse mit den Geschäftsprozessen verzahnt werden.

Einen interessanten ERM-Ansatz zur Anwendung in Unternehmen abseits des Finanzsektors präsentieren Alf Alviniussen, Vice President von Norsk Hydro ASA, und Håkan Jankensgård von der schwedischen Lund University. In einer vor kurzem veröffentlichten Studie erweitern sie den üblichen, holistischen ERM-Ansatz um eine direkte Verschränkung mit der Finanzplanung eines Unternehmens. “[The] approach [...] also equips Corporate Management with the ability to evaluate financial distress-probabilities by incorporating ideas related to the concept of a firm’s Economic Capital”, erklären die Autoren einleitend. Sie verwenden für dieses Modell den Begriff des Enterprise Risk Budgeting (ER-B). Mittels ER-B werde ein stetiger Abgleich der Risikoprofile und der Finanzlage einer Firma ermöglicht. Damit könne jederzeit aufgezeigt werden, inwiefern Geschäftsentscheidungen des Managements beide Faktoren beeinflussen.

Am Beispiel des norwegischen Aluminiumproduzenten Norsk Hydro ASA wird die praktische Anwendung des ER-B-Modells verdeutlicht. Nähere Informationen zur entsprechenden Studie können unter folgendem Kontakt erfragt werden: t.dieterich@rmrg.de

 


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