Neue Herausforderungen für das Risikomanagement der Finanzbranche

8. Juli 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

risikomanagementDas Risikomanagement der Finanzbranche muss sich neben dem traditionellen Risikokatalog auf weitere Herausforderungen einrichten.
Das ist das Ergebnis der aktuellen Auflage des „Global Risk Management Survey“. Die Unternehmensberatung Deloitte befragte dafür 111 internationale Finanzunternehmen. Zu den neuen Problemstellungen gehören demnach Reputationsrisiken für Unternehmen, die Schaffung eines unternehmensübergreifenden Risikobewusstseins, die Implementierung eines leistungsfähigen Enterprise Risk Managements (ERM) sowie eine adäquate technische Ausstattung. „Weitere kritische Punkte sind, insbesondere mit Hinblick auf Basel II, eine transparente Risikostrategie sowie Compliance gemäß regulatorischen Anforderungen“, heißt es zusammenfassend in einer entsprechenden Pressemitteilung.

„Die Finanzkrise hat die Schwachstellen der Branche in grelles Licht getaucht. Deswegen haben wir Schlüsselbereiche wie Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationale Risiken in der Studie analysiert und dabei herausgefunden, dass hier größere Unternehmen in der Regel besser aufgestellt sind“, kommentiert Jörg Engels, Partner Enterprise Risk Services bei Deloitte, die Studienergebnisse. „Laut Studie haben viele Unternehmen ihre Schwächen erkannt und ihr Risikomanagement seither auf eine breitere Basis gestellt. Wenn sie ihr Verbesserungspotenzial auch weiterhin gezielt ausschöpfen, können sie gestärkt aus der Krise hervorgehen“, wird Engels vom Portal „FONDSprofessionell“ weiter zitiert.

Deloitte kommt in der Erhebung u.a. zu dem Schluss, dass aufgrund der vergleichsweise frühen Implementierung von Basel II auf europäischer Ebene, das Thema Kapitalausstattung auf der Agenda der EU-Bankvorstände deutlich höher angesiedelt ist als bei der internationalen Konkurrenz. Die finale Abnahme des Kapital-Reportings sei bei 65 Prozent der befragten europäischen Banken auf Vorstandsebene verortet – verglichen zu 55 Prozent bei den Instituten im Raum Asien-Pazifik und nur 17 Prozent in den USA und Kanada. Die Basel II-Regularien gelten für etwa die Hälfte der weltweit untersuchten Unternehmen – weitere sieben Prozent unterwerfen sich ihnen freiwillig.

Die sechste Ausgabe des „Global Risk Management Survey“ von Deloitte kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.deloitte.com/dtt/whitepaper/0,1017,cid%253D268607,00.html

 


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