“Topmanagement der Banken muss über Prozesswissen verfügen”

22. Juli 2009 | Von | Kategorie: IT & Risk

itFür August-Wilhem Scheer, Professor der Universität des Saarlandes und Gründer des Softwareunternehmens IDS Scheer AG, hat die Finanzkrise auch bei den Banken, Fragen zu Compliance, Governance und Risikomanagement aufgeworfen.
Im Gespräch mit dem Branchenblatt „Schweizer Bank“ betont Scheer, dass das Topmanagement der Banken oftmals die in den Finanzprodukten liegenden Risiken nicht gesehen habe. Ein besseres Geschäftsprozessmanagement hätte die Krise dagegen kaum verhindern können: „[...] die Anforderungen an Prozesse waren bereits da, die Abläufe, beispielsweise bei Wertpapierhändlern, waren geregelt. Diese alleine haben die Krise nicht verursacht.“ Vielmehr seien die Geschäftsprozesse oft nicht so ausgelegt und eingesetzt worden, wie man sich das vorgestellt hatte.

Mit Blick auf die Verantwortung der Bankmanager erklärt Scheer weiter: „Geschäftsprozessmanagement muss nicht nur bottom-up, sondern auch top-down gelebt werden. Dafür muss aber die Top-Ebene eingebunden werden und über Prozesswissen verfügen, Manager müssen verstehen, was vorgeht. Die Prozesse müssen flexibler und damit transparenter werden.“ Scheer geht davon aus, dass Banken aufgrund der neuen Richtlinien etwa die Hälfte ihrer Prozesse ändern müssen. „Es genügt nicht mehr, diese einfach zu unterschreiben und die Angestellten zu fragen, ob die Richtlinien befolgt werden“, so die Aussage. Dennoch gebe es aktuell Fortschritte bei den Kreditinstituten: „[...] die setzen jetzt alles auf den Prüfstand: Prozesse, Produkte, Partnerfirmen, alles.“

 


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