Kreditrisiken rücken bei der Deutschen Bank in den Fokus

28. Juli 2009 | Von | Kategorie: Top News

artikelDie Deutsche Bank hat im zweiten Quartal dank ihrer Investmentbanking-Sparte erneut einen Gewinn verbuchen können: Das Institut verdiente knapp 1,1 Mrd. Euro.
Doch die um mehr als das Siebenfache gestiegene Risikovorsorge und der Blick auf neue Kreditrisiken beunruhigen die Märkte. Die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sieht dabei eine Verschiebung der Risikoexpositionen: „Waren es im Vorjahr noch die direkten Auswirkungen der Finanzkrise, [...] so ist es nun das schwache konjunkturelle Umfeld und das damit verbundene Kreditrisiko.“ Ein Händler merkt dazu an: „Unter dem Strich verdiente die Deutsche Bank zwar mehr als erwartet. Vor allem die extrem hohe Risikovorsorge und die enormen Kosten werden negativ aufgenommen.“ Zum Mittag verbuchte die Aktie ein Minus von über 8 Prozent.

Die risikogewichteten Aktiva der Bank lagen mit 295 Mrd. Euro um 21 Mrd. Euro unter denen des ersten Quartals. Die Reduktion sei u.a. auf den Verkauf von Aktiva, Kündigungen, Restrukturierung und Absicherung von Positionen, Veränderung der Wechselkurse, Schwankung von Marktwerten sowie verbesserte Aufrechnungsvereinbarungen und Sicherheiten zurückzuführen. „Diese Rückgänge wurden zum Teil ausgeglichen durch einen Anstieg der risikogewichteten Aktiva um 6 Mrd. Euro infolge eines höheren Gewichtungsfaktors im Marktrisikomodell, der von der BaFin im zweiten Quartal vorgegeben wurde“, erklärt die Bank regulatorische Einschränkungen beim Deleveraging.

Experten kritisieren seit längerem, dass die risikogewichtete Eigenkapitalquote der Bank zwar ein komfortables Kapitalpolster signalisiere – das jedoch die ungewichtete Eigenkapitalquote einen zu großen Hebel offenbare. Die Bank konnte ihre Kapitalsituation unter dem risikosensitiven Basel II-Ansatz zum Ende des zweiten Quartals verbessern: Die Tier-1-Kapitalquote der Bank belief sich zum Quartalsende auf 11,0 Prozent nach Basel II und lag damit nach Angabe der Bank über dem Wert von 10,2 Prozent zum Ende des ersten Quartals und über der veröffentlichten Zielgröße von 10 Prozent (weitere Quellen: Pressemitteilung, FAZ.net, FTD.de, dpa).

 


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