BIZ-Chefökonom kommentiert ergänzende Leverage Ratio positiv

28. Juli 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

Der Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), William White, äußert sich im Interview mit der „NZZ am Sonntag“ zu den Ursachen der Finanzkrise und nimmt dabei das Basel II-Regelwerk vor überzogener Kritik in Schutz. „Diese ganze Krise ist nicht unter Basel II entstanden, sondern unter Basel I. Basel II ist so aufgebaut, dass jene Probleme, die unter Basel I entstanden sind, nicht mehr passieren können. Aber auch die Regeln von Basel II können prozyklisch wirken“, erklärt White. Auf die Frage, was man gegen diese Tendenz tun könne, betont der Ökonom: „Das ist noch unklar. Die Schweizer Nationalbank fordert zu Basel II hinzu eine Obergrenze für die Verschuldung, gemessen am Eigenkapital. Das ist ein Weg.“ Neben der Verschuldungsquote sollten für die Eigenkapitalvorschriften auch Veränderungen im Finanzsystem berücksichtigt werden: „Etwa das Kreditwachstum, Abweichungen vom historischen Konsumverhalten oder von der historischen Sparquote.“ Bei Exzessen im Finanzsystem müssten die Eigenkapitalvorschriften verschärft werden.

Der BIZ ist der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zugeordnet, der bei der Reformierung von Basel II maßgeblich verantwortlich zeichnet.

 


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