Risikosteuerung der HSH Nordbank unter heftigem Beschuss

3. August 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

papers_crossWirtschaftsprüfer haben der angeschlagenen HSH Nordbank und den Aufsichtsgremien des Instituts schwere Versäumnisse vorgeworfen.
Die Experten des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG listeten etliche Fälle auf, in denen die Banker gegen die „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ (MaRisk) verstießen, berichtet das Nachrichtenmagazin “Focus” in seiner aktuellen Ausgabe. Unter anderem stehen Geschäfte der Londoner HSH-Filiale mit der Omega Capital Funding Ltd. in der Kritik. Hier habe die interne Revision bei der Überwachung von Kreditrisiken versagt. “Das Management suchte offenbar weniger nach Warninstrumenten, sondern eher nach Wegen, um [...] Risikoprüfungen zu umgehen”, fasst der “Focus” die KPMG-Vorwürfe zusammen. Das “Hamburger Abendblatt” bezeichnete die HSH Nordbank vor kurzem bereits als “abschreckendes Beispiel für ein aus dem Ruder gelaufenes Risikomanagement”.

HSH-Sprecher Rune Hoffmann bestätigte am Wochenende, dass KPMG die Bank auf Schwächen in diesem Bereich hingewiesen habe. Die Bank werde diese Schwächen konsequent beseitigen. Hoffmann verwies darauf, dass die HSH Nordbank bereits vor längerer Zeit einen Risikomanager ernannt habe. Einzelheiten zur Kritik der KPMG nannte er nicht. Zugleich dementierte Hoffmann, dass – wie im “Focus” berichtet – die Luxemburger Tochter HSH Nordbank Securities vor der Insolvenz gestanden habe. Demnach musste das Mutterhaus im vergangenen Jahr auf Forderungen von 400 Mio. Euro verzichten und 270 Mio. Euro an Wertberichtigungen übernehmen. “Wir hatten keine Wahl. Sonst hätten wir für die Insolvenz haften müssen, was noch teurer geworden wäre”, zitierte das Magazin einen ungenannten Banker (weitere Quelle: Associated Press).

 


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2 Kommentare
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  1. [...] Die Risikosteuerung der HSH Nordbank und der Hypo Real Estate steht weiter im Fokus der Presseberichterstattung. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat jetzt ihre Ermittlungen bei der HSH Nordbank ausgeweitet. Wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte, wurde eine zehnköpfige Sonderermittlungsgruppe aus zwei Staatsanwälten und acht Wirtschaftskriminalisten des Landeskriminalamtes eingesetzt. Es gebe Anhaltspunkte für „ein problematisches Risikomanagement und Hinweise auf besonders verlustreiche Investmentgeschäfte“, so Möllers Aussage. Zu diesen Erkenntnissen sei die Anklagebehörde nach Durchsicht von rund 6000 Seiten Prüfberichten gekommen, darunter ein von der Bank geheim gehaltener Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG über das Jahr 2008 (vgl. RMRG vom 3.8.). [...]

  2. [...] Funding Ltd. bereits im August im Mittelpunkt einer kritischen Medienberichterstattung (vgl. RMRG vom 3.8.). Dem Nachrichtenradio des Norddeutschen Rundfunks, NDR Info, liegen jetzt nach eigener Aussage [...]