Bankenanalyst: Erfassung der Risikoaktiva ist großes Problem

6. Februar 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement, Top News

papers2Dieter Hein, Bankenanalyst bei Fairesearch, geht nach Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” davon aus, dass die Auswirkungen der Finanzkrise nur die erste Welle der Gesamtbelastungen für die Kreditwirtschaft darstellen.

Die aktuell erhobenen Forderungen nach einer höheren Eigenkapitalunterlegung der Banken setzen seiner Ansicht nach an der falschen Stelle an. Das viel größere Problem ist für Hein die Erfassung der Risikoaktiva. Am Beispiel der UBS beschreibt der Analyst die trügerische Sicherheit, die von der Kernkapitalquote ausgehen kann. Trotz einer Tier 1-Ratio von 12 Prozent sei die Bank in Schieflage geraten und habe um staatliche Hilfen in Anspruch nehmen müssen. „Das zeigt, dass hohe Kapitalquoten nicht helfen“, betont Hein. Seiner Meinung nach, ist die Risikoerfassung mittels der Basel II-Eigenkapitalregeln falsch.

Bankenanalyst Hein erklärt in der FAZ weiter, dass bei den meisten Banken im Übergang von Basel I zu Basel II die Risikoaktiva gesunken seien, obwohl die Risiken in Wahrheit deutlich zugenommen hätten. Nach seiner Einschätzung stellen die von den Banken ausgewiesenen Risikoaktiva nur einen Bruchteil der Bilanz dar. Ein Beispiel dafür sei die Deutsche Bank: Von der Bilanzsumme über 2,2 Billionen Euro entfallen auf Risikoaktiva 308 Mrd. Euro. Beim Blick auf die Risiko-Exposition der Kreditinstitute äußert sich Hein sehr skeptisch. Nicht einmal das Management sei in der Lage, die noch vorhandenen Risiken zutreffend einzuschätzen.

 


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