Beiträge zum Stichwort ‘ Fair Value ’

Plädoyer gegen ergänzende Leverage Ratio

19. Februar 2010 | Von | Kategorie: Top News

boezIn einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung formuliert Markus Rudolf, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwirtschaft an der WHU – Otto Beisheim School of Management, klare Kritik an der vom Baseler Ausschuss vorgeschlagenen, ergänzenden Leverage Ratio im Rahmen reformierter Eigenkapitalregeln.
„Die Risiko-unabhängige Beurteilung des Eigenkapitals ist ein Paradigmenwechsel des Basler Ausschusses, der der herkömmlichen Basel II-Philosophie diametral entgegensteht“, erkennt Rudolf. Seiner Ansicht nach, könne die feste Verschuldungsgrenze gar zu neuen Risikoexpositionen führen. „Falls die Leverage Ratio für eine Bank bindend wird, so kann eine Bank beispielsweise reagieren, indem sie entweder Kredite abbaut oder indem sie relativ risikolose Positionen durch risikoreichere Positionen ersetzt. Um die Leverage Ratio zu erfüllen, könnten Banken Positionen in Krediten an Unternehmen…



Trichet sieht weiteren Handlungsbedarf bei Risikomanagement der Banken

13. Januar 2010 | Von | Kategorie: Top News

papers1Die Wirtschaftspresse berichtete gestern ausführlich über die Aufforderung der führenden Zentralbanker an den Baseler Ausschuss, wonach dieser weitere Vorschläge zur Bankenregulierung unterbreiten soll.
„Wir müssen dafür sorgen, dass das Risikomanagement von Finanzinstituten und Marktteilnehmern erheblich verbessert wird“, so die Aussage von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Anschluss an das Neujahrstreffen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Forderungen laufen nach Ansicht der Börsen-Zeitung auf einen Ausbau des jüngsten Konsultationspapiers zur Basel II-Reform hinaus. „Es brauche noch Fortschritte bei der Ermittlung der Risikovorsorge von Banken, der Einführung eines Rahmenwerks für antizyklische…



Liquiditätsrisiko muss stärker in den Fokus genommen werden

13. November 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

risiko2„Die Kardinalfrage: Welche Risiken können wir uns leisten?“, titelt der „Platow Brief“ über einem Beitrag, der die Ergebnisse der 4. Risikomanagement-Tagung von Union Investment beleuchtet.
Nach Ansicht des Risiko-Experten von der Uni Basel, Henner Schierenbeck, bedürfe es zur Beantwortung dieser Frage auch der Berücksichtigung des Liquiditätsrisikos, das im Extremfall zur Marktilliquidität führen könne. Die angemessene Erfassung von Liquiditätsrisiken sei entscheidend für das gesamte Risikomanagement und letztendlich auch für die Bilanzierung. Der Experte nahm hier Bezug auf die international kontrovers geführte Debatte über Bewertungen. Zu den größten Problemen und Meinungsdiskrepanzen komme es in Extremsituationen. „So geben Kritiker dem Fair Value-Ansatz im Rahmen von IFRS und US-GAAP…



Großbanken mit Schwächen bei Risiko-Offenlegung

11. November 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

Die Börsen-Zeitung berichtet aktuell über eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars Hemmelrath zur Risikooffenlegung von internationalen Großbanken. Zwar würden die Institute die Empfehlungen des Financial Stability Forums (FSF) prinzipiell befolgen und ihre Risiken im Geschäftsbericht detaillierter offen legen – dennoch gebe es auch klare Kritikpunkte. „Gerade beim Stichwort Fair-Value-Bilanzierung mangele es aber noch an [...]



Wirtschaftsprüfer wollen Basel II-Regelwerk “atmen” lassen

7. September 2009 | Von | Kategorie: Basel III

„Die aufgrund der Finanzmarktkrise eingetretenen Bewertungsverluste haben das bilanzielle und auch das aufsichtsrechtliche Eigenkapital gemindert. Die Folge ist eine Reduzierung des möglichen Geschäftsvolumens der Kreditinstitute“, so die Analyse des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) im Rahmen eines Pressegesprächs. Vorschläge, diese prozyklische Wirkung dadurch zu beseitigen, dass Bewertungsverluste nicht in voller Höhe in der Rechnungslegung berücksichtigt werden, [...]



Studie sieht negative Effekte der “Fair Value”-Bilanzierung überbewertet

21. August 2009 | Von | Kategorie: Top News

artikelDie im Zuge der Finanzmarktkrise in die Kritik geratene “Fair Value”-Bilanzierung ist – zumindest im US-Bankensektor – recht praktikabel, so das Ergebnis einer aktuellen Studie, auf die die Börsen-Zeitung hinweist.
Christian Leuz von der University of Chicago Booth School of Business und Christian Laux von der Goethe Universität Frankfurt stellen darin fest, dass die kritisierten Aspekte in der Praxis weniger drastische Auswirkungen hätten, als allgemein angenommen. „Meist wird angeführt, dass sie zu Boomzeiten die Bankbilanzen künstlich aufblähe und die Banken damit in die Lage versetze, mehr Fremdkapital aufzunehmen. Dies verleite die Institute dazu, höhere Risiken einzugehen. In Rezessionsphasen hingegen würden Banken durch Wertberichtigungen schnell in die Verlustzone rutschen“, fasst das Blatt die Kritik zusammen. Die Experten merken dazu an, das nur ein…



PwC-Experte sieht Weg zu weltweit einheitlicher Bilanzierung gefährdet

14. August 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers7Burkhard Eckes, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), warnt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor einem Ende des Konvergenzprozesses zwischen europäischen und amerikanischen Bilanzregeln.
„Der Weg zu einer weltweit einheitlichen Bilanzierungssprache könnte gefährdet sein.“ Zwar hätten US-GAAP und der europäische IFRS das Prinzip der Bewertung zum aktuellen Marktwert (Fair Value) gemeinsam, doch die US-Regeln ließen Verrechnungsmöglichkeiten bei Derivatpositionen zu. Die Standardsetzer IASB – verantwortlich für die IFRS – und das US-Pendant FASB würden bei der Überarbeitung der Bilanzregeln mittlerweile getrennte Wege gehen. Im Juli hatte der IASB sein erstes Teilkonzept für…



Banken ziehen Verteidigungslinie gegen eine “Leverage Ratio”

17. Juli 2009 | Von | Kategorie: Top News

handBei einem Pressegespräch des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) stand am Mittwoch die Position des Verbandes bei der künftigen Ausgestaltung von Kapitalvorschriften im Mittelpunkt.
Die Börsen-Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichteten gestern über die BdB-Forderungen. So wird eine kurzfristige, zeitlich begrenzte Anpassung der Basel II-Eigenkapitalvorschriften angemahnt. „Vor dem Hintergrund der Finanzkrise sollten kurz- und mittelfristige Anpassungen an den regulatorischen Kapitalanforderungen vorgenommen werden, um die prozyklischen Wirkungen zu reduzieren“, sagte der stellvertretende BdB-Hauptgeschäftsführer, Hans-Joachim Massenberg. Diese Anpassungen könnten aktuell dafür sorgen, dass das Banken-Eigenkapital durch Herabstufungen und Abwertungen…



Deregulierung als Reaktion auf die Finanzmarktkrise?

16. Juli 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

frIn einem heute veröffentlichten Leserbrief an die Frankfurter Rundschau, äußert sich Ulrich Blum, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, ausführlich zur aus seiner Sicht fatalen Wirkung einer zu komplexen Regulierung im Finanzsektor.
Zur aktuellen Debatte merkt Blum an: „Es ist geradezu abenteuerlich zu glauben, mit neuen Regulierungen könne man verhindern, dass Katastrophen wie die aktuelle wieder passieren. Das gleicht dem Versuch, mit der berittenen Polizei einem Rennwagen hinterherzujagen.“ Viele strikte Regulierungen hätten versagt oder seien falsch gewesen: „Schon vor über sieben Jahren habe ich auf die prozyklischen Effekte des Basel-II-Ratings hingewiesen – keiner wollte es hören. ‚Fair-value’- und ‚impairment’-Tests sind Normungen der Rechnungslegung, also auch…



Finanzplatz lehnt Instrument einer “Leverage Ratio” kategorisch ab

13. Juli 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers_messBei der Vorstellung des aktuellen Berichts der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) haben die federführenden Chefvolkswirte verschiedener deutscher Banken, effektive Maßnahmen zur Dämpfung der prozyklischen Entwicklungen des Finanzsystems eingefordert.
Aus diesem Grund plädiere die IFD dafür, die Bilanzierung zum Zeitwert nur dort zu verlangen, wo es sinnvoll sei, betonte der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater. Die Fair-Value-Bilanzierung sei bei langfristig ausgerichteten Positionen der Banken nicht unbedingt nötig. Auch beim Thema Basel II erwarte man eine „Weiterentwicklung“. Zuvor sollte jedoch eine Analyse der Wirkungszusammenhänge vorgenommen werden, wird Kater von der Börsen-Zeitung wiedergegeben. Die IFD verweist hierbei ausdrücklich auch auf die Systematik des „dynamic provisioning“…